Gesundheitsgefahr SojaWer seinen Lebensstil ändert und weniger bzw. keine tierischen Produkte zu sich nehmen möchte, steht schnell vor der Herausforderung, dass viele Gerichte und Rezepte nicht mehr funktionieren. Was passiert mit dem Cappuccino, dem Müsli am Morgen, den Früchten auf Joghurt? Lasagne, Spaghetti Bolognese, Gemüseaufläufe aller Art, aber auch der Brotbelag. Nun gibt es inzwischen eine große Menge an Alternativen, auch in den normalen Supermärkten – und je mehr Attila Hildmann & Co an Boden gewinnen, umso mehr Menschen suchen nach pflanzlichen Alternativen. Doch ist Soja tatsächlich die gesunde Alternative, als die sie immer dargestellt wird?

Eines gleich vorweg: Das Thema Soja ist ein sehr komplexes und verworrenes Thema. Ich habe bereits mehrfach und über Stunde recherchiert, und dennoch traue ich mir noch kein abschließendes Urteil zu. Eines jedoch ist absolut klar: Konventionelles Soja muss auf jeden Fall vom Speiseplan! Doch warum? Konventionelles Soja bringt mehrere Probleme mit sich. Erstens ist konventionell angebautes Soja in fast allen Fällen genmanipuliert. Zweitens wird in der konventionellen Verarbeitung von Soja zu Sojaprodukten ein chemisches Lösungsmittel verwendet, das beim Menschen als Neurotoxin wirkt: Hexan.

Problemfeld 1: Genmanipuliertes Soja ist gesundheitsschädlich

Inzwischen zeigen sich die Effekte der Fütterung von Tieren mit Gen-Soja. Bereits im Jahr 2012 wurde ein Bericht veröffentlicht, in dem ein dänischer Schweinezüchter auf die massiven gesundheitlichen Probleme seiner Schweine verwies. Nachdem er das Gen-Soja nicht mehr länger an seine Schweine verfütterte, konnte er nach nur zwei Tagen erste Besserung beobachten. Die Effekte waren unter anderem Geburtsdefekte, allgemein schwächere und kleinere Tiere, Sterilität, Magengeschwüre. Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die negative Effekte genmanipulierter Erzeugnisse belegen.

Zudem wurde in USA in Gen-Soja einer Studie aus dem Mai 2014 zufolge extrem hohe Mengen an Pestiziden gefunden. Speziell das Herbizid Glyphosat, das dank Monsanto und dem kleinen „Gartenhelfer Round-up“ inzwischen auch im Blut von Städtern nachgewiesen wird, spielt hier eine Rolle. Glyphosat wird mit Geburtsdefekten und dem Non-Hodgkins Lymphom in Zusammenhang gebracht.

Nun könnte man argumentieren, der Mensch sei kein Schwein, es gäbe noch keine echten Beweise, dass gen-maniplulierte Nahrung (darf und sollte man das überhaupt noch so nennen? Nährt uns das noch?) für den Menschen schädlich ist, doch letztendlich ist das eine Sache des gesunden Menschenverstands. Wollen Sie wirklich darauf warten, bis es eine Studie schwarz auf weiß darlegt?

Davon abgesehen zerstört der massive Sojaanbau vor allem in Brasilien und Argentinien den Regenwald und belegt Anbauflächen, die damit für den Anbau anderer Pflanzen nicht mehr zur Verfügung stehen. Es entsteht eine starke Monokultur, mit all den negativen Folgen: Auslaugung der Böden, Abhängigkeit der Bauern usw. Und der allergrößte Teil dieses Gen-Sojas wird in der Massentierhaltung verfüttert und im Produktionsprozess für industriell gefertigte Lebensmittel (Kuchen, Kekse, Fitnessriegel etc.) eingesetzt. Auf diesem Umweg kommt als nicht nur das Gen-Soja, sondern auch die gesundheitlichen Gefahren, die man inzwischen in den Tierbeständen sehen kann, direkt zu uns Menschen.

Problemfeld 2: Hochgiftiges Neurotoxin Hexan wird im Produktionsprozess eingesetzt

Neben der Genmanipulation gibt es bei konventionell angebautem unverarbeitetem Soja eine weitere große Gefahr: Hexan. Das Neurotoxin wird im Produktionsprozess eingesetzt (übrigens wohl nicht nur hier, sondern auch bei anderen Pflanzenölen, Oliven und Nüssen!). Danach wird das Hexan zwar entfernt und abgespült, aber es verbleiben Reste in den Sojaprodukten. Hexan entsteht als Beiprodukt bei der Benzinproduktion und wird auch für die Erstellung von Klebstoffen für den Bereich der Dachabdeckungen, für Leder und Schuhe genutzt.

Bekannt ist, dass das Einatmen von Hexan schädlich ist, und dass eine verstärkte Exposition zum Tode führt, was hauptsächlich im Bereich der industriellen Reinigung sowie im Bereich der Ölproduktion vorkommt. Wie immer in solchen Fällen gibt es natürlich sowohl jene, die meinen, es wäre für den Menschen ungefährlich, als auch jene, die massiv davor warnen. Dennoch sollte man wissen, dass Hexan als die giftigste Substanz der Familie der Alkane bekannt ist.

Abseits der gesundheitlichen Gefahren ist Hexan ein gefährlicher Luftverschmutzer, explosiv und gefährdet unsere Gewässer.

Die Lösung: Sojaprodukte nur in Bioqualität kaufen

EU Bio SiegelBei der Produktion von Bioprodukten ist der Einsatz dieser Chemikalie nicht erlaubt, ebenso wenig wie der Einsatz genmanipulierte Stoffe und Samen. Zudem wird Bio-Soja zumeist in Österreich oder der Schweiz, zumindest aber in Europa angebaut. Das schont den Regenwald und Ihren ökologischen Fußabdruck! Aber es gilt wirklich auf auf das Biolabel zu achten, bzw. im Bio-Supermarkt einzukaufen. Oftmals wird mit dem Wort „natürlich“ oder sogar „nicht genmanipuliert“ geworben, speziell in Deutschland, da hier die Skepsis der Verbraucher gegenüber genmanipulierten Nahrungsmitteln deutlich größer ist als in den USA. Doch nicht-genmanipuliert ist nur der erste Schritt, denken Sie an das Hexan!

Einkaufscheck:

  • Ist mein Produkt ein Bioprodukt oder aus dem Biomarkt? Falls ja, ist das Soja nicht genmanipuliert und Hexan-frei.
  • Ist mein Produkt aus dem normalen Supermarkt? Hier gilt es etwas besser auf das Etikett zu achten. Oftmals sind diese Produkte nur „ohne Gentechnik“, aber nicht Bio. Achten Sie zumindest auf das Bio-Label der EU. Besser wäre ein Bio-Label der deutschen Bio-Landwirtschaft, da nach der EU Bio-Verordnung, die Tiere zu einem kleinen Prozentsatz noch mit konventionellem Futter gefüttert werden dürfen, wozu dann auch gentechnisch manipuliertes Soja gehört (siehe Wikipedia-Link).
  • Achtung aufgepasst: Fast überall findet sich inzwischen „Alpro Soya“. Von Alpro gibt es allerdings die meisten Produkte nicht in Bio-Qualität, sondern nur ohne gentechnisch veränderte Rohstoffe.
  • Finden Sie kein Bio-Label auf dem Produkt? Hände weg! Schauen Sie nach Bio-Alternativen (gibt es inzwischen meist auch in den normalen Supermärkten) und fragen Sie ggf. eine Verkäufer.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar wertvolle Tipps an die Hand geben und ein bisschen Licht ins Dunkel rund um’s Thema Soja bringen.

Übrigens: Probieren Sie doch auch einmal außergewöhnlichere Alternative: Reis-Kokos-Milch oder machen Sie Ihre eigene Mandelmilch!

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!

Herzlichst,
Ihre Christiane Mohr

 

Weiterführende Links:

http://www.cornucopia.org/2012/06/gm-soy-linked-to-illnesses-in-farm-pigs/
Verweist auf zahlreiche weitere Studien und Quellen

http://www.cornucopia.org/2014/05/pesticides-found-gm-soy-vermont-orders-labels/

WiseGeek. (2014). What Is Hexane?
http://www.wisegeek.org/what-is-hexane.htm

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/vegetarische-burger-ia.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Siegel

Auf Seite 6 wird der Produktionsprozess beschrieben:
http://region-hannover.bund.net/fileadmin/bundgruppen/bcmshannover/internationales/Soja_suedamerika/ARGENTINIEN_IM_SOJA-FIEBER_-_DOSSIER.pdf

Bilder:
Organic Raw Soy Tofu #72789346 © Brent Hofacker – Fotolia.com