Ist Ernährung Privatsache? – Teil 1: KlimawandelEndet unsere Verantwortung bei uns selbst? Ist Ernährung Privatsache? Nicht unbedingt! Wenn Sie meinen Blog verfolgen, haben Sie sicher schon den ein oder anderen Hinweis bekommen, dass ich dem Thema Ernährung große Bedeutung beimesse. Mein Mann und ich haben unsere Ernährung vor knapp zwei Jahren auf „größtenteils vegan“ umgestellt. Für den militanten Veganer sind wir damit Verräter – und für die Omnivoren ebenfalls. Wir machen es also derzeit niemanden so richtig recht. Ist das schlimm? Nicht wirklich, denn wir haben unsere Gründe, die auf den Erkenntnissen basieren, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben und unsere Überzeugungen, was für uns gut ist – aber auch, wo wir einen Beitrag leisten können. Für eine bessere Welt.

 

Studie zeigt: Steigender Fleischkonsum kann das Klima endgültig zum Kippen bringen

Nun gibt es eine neue Studie des Londoner Thinktanks Chatham House, die sehr eindringlich vor Augen führt, dass der weltweit zunehmende Konsum tierischer Produkte alle Bemühungen um die Stabilisierung unseres Klimas zunichte machen könnte. Denn gerade die Auswirkungen der Viehhaltung sind bislang zu wenig in der öffentlichen Diskussion angekommen – und dabei können wir hier jeden Tag einen Unterschied machen. und gleichzeitig unsere Gesundheit fördern.

Kernpunkte der Studie:

  • Die industrielle Tierzucht und -verwertung verursacht weltweit mehr Treibhausgase als alle Autos, Flugzeuge, Züge und Schiffe zusammen. Dennoch denken die meisten Menschen, dass der Transportsektor der größte Verursacher ist.
  • Die Verhinderung einer katastrophalen globalen Erwärmung wird davon abhängen, wie man den zunehmenden Fleisch- und Milchkonsum einschränken kann. Dabei ginge es ausschließlich darum, den Fleischkonsum auf das durch die Gesundheitsbehörden empfohlene Maß zu reduzieren. Der positive Nebeneffekt wären weniger Herz- und Krebserkrankungen.
  • Die Studie zeigt nicht, dass alle Menschen vegetarisch leben müssen, um den anvisierten maximale Temperaturanstieg von 2°C zu erreichen.
  • Die Tierzucht verursacht aktuell 15% der weltweit produzierten Treibhausgase – Tendenz steigend aufgrund des wachsenden Wohlstands und der damit einhergehenden größeren Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten in China. 65% der durch Tiere verursachten Emissionen stammen übrigens von der Produktion von Rindfleisch und Milch.
  • Die Akzeptanz, dass das Konsumverhalten Einfluss auf den Klimawandel hat, ist in den Schwellenländern größer als in den Industrienationen.

Ein Buch, das mich im Zusammenhang mit der veganen Ernährung sehr geprägt hat, ist The China Study von T. Colin Campbell und Thomas M. Campbell. Hier finden sich all die gesundheitsbezogenen Aspekte der veganen Ernährung wieder. Ein absoluter Buchtipp, wenn Sie sich genauer mit dem Thema auseinandersetzen wollen.

Doch beim Klimawandel hört die Frage nach den Konsequenzen unserer Ernährungsentscheidungen nicht auf. Im nächsten Teil geht es um den Wasserfußabdruck…

Wie gehen Sie mit dem Thema um? Haben Sie Ihre Ernährung vielleicht schon umgestellt? Kaufen Sie Ihr Fleisch vielleicht schon beim lokalen Biometzger? Ich freue mich über Ihre Kommentare zum Thema.

Bleiben Sie gesund!
Herzlichst, Ihre Christiane Mohr

Weiterführende Links:

Artikel im Guardian (Englisch)
http://www.theguardian.com/environment/2014/dec/03/eating-less-meat-curb-climate-change?CMP=share_btn_fb

Studie von Chatham House (Englisch)

http://www.chathamhouse.org/sites/files/chathamhouse/field/field_document/20141203LivestockClimateChangeBaileyFroggattWellesley.pdf

 

Bilder:
© Christiane Mohr