Positives Denken und Optimismus – was bringt es wirklich? 

Positive-Gedanken
Beim Thema positives Denken und Optimismus spalten sich die Meinungen. Die einen schwören darauf, die anderen zerreißen das Konzept des positiven Denkens in der Luft. Doch was sagt die Wissenschaft?

Wenn Sie meinen Blog schon ein wenig verfolgen, wird Ihnen aufgefallen sein, dass unsere Gefühle immer wieder Thema sind. Heute las ich einen sehr interessanten Beitrag, der unter anderem die Ergebnisse einer Studie an der University of North Carolina vorstellte. Diese Ergebnisse zeigen sehr deutlich, wie sich positive Gefühle – selbst wenn sie von Außen einströmen, z.B. durch einen Film, der positive Gefühle wie Zufriedenheit und Freude auslöst – positiv auf unseren Körper und unseren Geist auswirken.

In meinem Buch „Krebsen Sie nicht rum!“ beschreibe ich sehr genau, warum die Quantenphysik das Konzept der bewussten Realitätsgestaltung belegt – auch wenn in den letzten Details selbst Quantenphysiker zugeben, dass wir mit unserem begrenzten Verstand (der beispielsweise die Zeit als linear erkannt und verinnerlicht hat) die Implikationen der Quantenphysik nie vollumfänglich verstehen können.

Welche Erkenntnisse bringt uns die Quantenphysik?

Kurz gefasst ist es so, dass wir an jedem beliebigen Punkt unseres Lebens selbiges in eine völlig andere Richtung wenden können. Unsere Erwartenshaltung an die generelle Möglichkeit sowie die Geschwindigkeit der Veränderung bestimmen dabei, ob und wie schnell eine Veränderung Realität wird. Ein Turbo für die Erfüllung unserer Erwartungen und Wünsche sind dabei unsere Gefühle. Je intensiver wir gefühlsmäßig bereits in den neuen, erwünschten Seinszustand eintauchen können, desto schneller wird sich das Gewünschte in unserem Leben zeigen. Gefühle von Zweifel oder Hoffnung (letztlich auch nur eine Form des Zweifels bzw. der Aufgabe unserer Verantwortung und Schöpferkraft) wirken dabei gegenläufig und verzögern oder verhindern die Manifestation sogar gänzlich.

Aus meiner Arbeit weiß ich, dass es anfangs schwierig sein kann, diesem Zustand der positiven Erwartung – der viel mehr ist als positives Denken – zu halten. Übrigens kommen Gefühle immer vor den Gedanken, auch wenn es uns oft anders erscheint, denn was uns steuert, ist nicht unser Bewusstsein (Verstand, Denken) sondern unser Unterbewusstsein (Intuition, Gefühle). Die angesprochene Studie von Dr. Fredrickson sowie eine Studie, die im „Journal of Research in Personality“ veröffentlicht wurde, zeigen aber, dass gute Effekte auch schon mit ganz einfachen Maßnahmen – wenn auch nicht durch positives Denken allein – zu erzielen sind.

Ergebnisse der Studien zeigen: Positives Denken allein reicht nicht

  • Positive Gedanken (die dann wiederum positive Gefühle verursachen) bewirken, dass unser Geist offen ist, wir sind kreativer und sehen mehr Möglichkeiten.
  • Dadurch dass wir Tätigkeiten, die uns Freude bringen immer wieder ausführen, erweitern wir unsere Palette an Fähigkeiten.
  • Schreiben Sie drei Tage in Folge für 20 Minuten über etwas Positives und profitieren Sie noch drei Monate später in Form eines größeren Glücksgefühls und geringerer Krankheitsquoten.
  • Ein fortgesetztes Beschäftigen mit der positiven Sicht auf die Ereignisse des Tages (seien sie auf den ersten Blick positiv, unspektakulär oder negativ) zeigt nach nur einem Monat eine Erhöhung der sogenannten Resilienz, dem Vermögen, Krisen schnell und unbeschadet zu überstehen. Das bekannte Stehaufmännchen ist das Paradebeispiel der Resilienz…
  • Meditieren Sie: Nach drei Monaten zeigt sich auch hier ein deutlich stabilerer Gemüts- und  Gesundheitszustand.
  • Spielen Sie – spielen bewirkt Freunde. Doch suchen Sie sich ein Spiel aus, das wirklich positive Gefühle bewirkt. Sport, Brettspiel, Denksportaufgabe – it’s your choice…

Und so hat sich der Streitpunkt aufgelöst: Positives Denken allein, was eventuell oft als mantraartiges Aufsagen von positiv formulierten Suggestionen („Ich bin schlank“, „Ich bin gesund“, „Ich bin erfolgreich“) geschieht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nichts bewirken. Erst wenn ein positives Gefühl dazukommt – und wir quasi ein wenig darin „baden“ – bekommt das Ganze Schub- und Veränderungskraft. Und das selbst dann, wenn wir diese positiven Gefühle erst erzeugen müssen, indem wir die positiven Aspekte bewusst suchen.

Übrigens schreibe ich fast täglich ein Danke-Tagebuch (so sieht positives Denken für mich ganz persönlich aus), das ich mein „Buch der Veränderung“ nenne. Hier schreibe ich alles hinein, was an diesem Tag gut lief, aber auch die ganz alltäglichen Dinge, für die ich dankbar bin, und die wir so oft als selbstverständlich hinnehmen: fließendes Wasser, den Supermarkt um’s Eck, das Auto vor der Tür, wenn wir gesund sind, die Unterstützung durch Familie und Freunde und so weiter…

Und was soll ich Ihnen sagen: Es ist tatsächlich ein Buch der Veränderung. Es ändert Dinge im Außen – aber vor allem ändert es Dinge in mir, in meiner eigenen Wahrnehmung. Und wenn Sie jetzt sagen: „Aber mir fällt nichts ein, wofür ich dankbar sein kann“, gerade dann brauchen Sie ein solches Buch. Erstens wird Ihnen nach einer Weile etwas einfallen (nur nicht gleich aufgeben), und zweitens können Sie nach einer Weile immer wieder zurückschauen – und dann werden Sie sehen, was es alles an Positivem in Ihrem Leben gibt, für das es sich lohnt, dankbar zu sein…

Für mich steht fest: Positives Denken ist erst der Anfang, aber ohne positives Denken ist der nächste notwendige Schritt ins positive Gefühl nicht möglich.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen – ganz nach Ihrem persönlichen Gusto – spaßerfüllte Stunden des Spiels, versunkene Stunden der Meditation oder inspirierte Stunden mit Ihrem persönlichen „Buch der Veränderung“.

Herzlichst,
Ihre Christiane Mohr

 

Weiterführende Informationen:

Studie „The broaden-and-build theory of positive emotions“ (Englisch)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1693418/pdf/15347528.pdf

Studie „The health benefits of writing about intensely positive experiences“ (Englisch)
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092656603000588

 

Bilder:
© Pixabay

By | 2017-07-20T10:05:06+00:00 12. März 2014|Allgemein, Geisteshaltung|3 Comments

About the Author:

Christiane Mohr, Autorin, Bloggerin, Coach und Begründerin des LifestyleTransformer Systems, unterstützt dabei, leistungsfähiger und glücklicher zu werden. Ihre Ausbildung als Diplomkauffrau und ihre langjährige Tätigkeit als Konzepterin lehrte sie, immer die Frage hinter der Frage zu stellen. Die Trennung von ihrem ersten Mann sowie die kurz darauf erfolgte Diagnose Magenkrebs bei ihrem Vater löste in ihr den Wunsch aus, anderen zu helfen, solche Krisen besser zu meistern. Bereits seit ihrer Teenagerzeit an Gesundheit, Ernährung und persönlichem Wachstum interessiert, und durch die überstandenen Krisen um viel Wissen und Erfahrungen reicher, entwickelte sie schließlich den LifestyleTransformer – ein System zur grundlegenden Änderung des Lebensstils für ein leistungsfähigeres und glücklicheres Leben – und das mit Spaß und Leichtigkeit.

3 Comments

  1. Nadine 7. Juli 2017 at 16:44 - Reply

    Hallo,
    bin gerade auf diesen Artikel gestoßen und finde ihn sehr schön geschrieben. Beschäftige mich seit einiger Zeit ebenfalls mit positivem Denken und finde, dass Thema sollte wesentlich präsenter sein. Auch wenn es bereits in der Quantenforschung angekommen ist, fällt es leider noch zu oft in die „spirituelle“ Schiene.

    • Christiane Mohr 7. Juli 2017 at 16:54 - Reply

      Liebe Nadine, danke für dieses Kompliment. Ich kann Dir nur zustimmen, leider wird die Macht unserer Gedanken oft unterschätzt. Und auf der anderen Seite ist es eben auch gar nicht so einfach, immer der Meister über seine Gedanken und Gefühle zu sein. Ich habe festgestellt, dass es sehr viel Achtsamkeit mit sich selbst braucht – und den Willen, immer an sich weiterzuarbeiten. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Liebe Grüße, Christiane

  2. Stimmen - fidels.world 17. Juli 2017 at 22:36 - Reply

    […] Blogartikel von Christiane Mohr […]

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