clean lifestyle - die 3 vergessenen SäulenClean Eating ist seit einiger Zeit en vogue. Kombiniert man das Essen noch mit Bewegung, wird das Ganze gleich als „ganzheitlicher Ansatz“ verkauft und läuft unter dem Motto clean lifestyle. In diesem Artikel erfahren Sie, warum das zu kurz gegriffen ist…

Ich beschäftige mich seit mehr als 25 Jahren mit dem Thema gesunde Ernährung, und ich habe gefühlt so ziemlich alles ausprobiert, was man ausprobieren kann. Die eine Methode sagte mir mehr zu als die andere, einiges ist einfacher umzusetzen als anderes.

Mich hat stets der Gesundheits-Aspekt angetrieben, meine Ernährung umzustellen – und wenn man das erst ein paar Mal gemacht hat, dann bekommt man auch irgendwie Routine dabei. Es gilt zu planen und nicht einfach nur dies oder das wegzulassen. Man muss sich einlesen und informieren, dann kann so ein Wandel ziemlich einfach verlaufen.

Als ich anfing, für mein Buch zu recherchieren, wurde mir bewusst, dass die Ernährung, auch kombiniert mit Sport jedoch nur ein Teil des Ganzen ist. Zwar ein ziemlich Großer, denn der Einfluss von Ernährung auf Krebserkrankungen liegt statistisch bei 30 Prozent und der von Bewegungsmangel und Übergewicht nochmals bei 5 Prozent. Nur das Rauchen als Einzelfaktor hat mit ebenfalls 30 Prozent einen gleich hohen Einfluss… Es lohnt sich also beim Essen anzufangen. Aber dennoch wurde eines bei den bisherigen Studien wie es scheint wenig beachtet, bzw. ist vermutlich schwer zu messen, so dass es noch keinen Einfluss in das Gesamtbild dessen, was uns krank macht, gefunden hat: die Toxizität unseres Umfeldes.

Täglich sind wir allerhand schädlichen Stoffen ausgesetzt. Vor manchen können wir uns besser schützen als vor anderen. Das Thema Detox ist seit einigen Jahren ebenfalls verstärkt im Gespräch. Es klingt immer so schön und einfach: 3 Tage Detox-Kur und der Körper ist den ganzen Müll losgeworden – doch so einfach ist es nicht, vor allem ist es mit ein paar Säften nicht getan… Es ist ein Start und ein guter, der aber wenig Wert ist, wenn man danach ziemlich unverändert weiter macht. Und: den Körper zu entgiften dauert! Und gelingt auch nur, wenn ich nicht auf anderem Wege als dem der Ernährung, Schadstoffe aufnehme – denn ansonsten reduziere ich bestenfalls oder stoppe die weitere Vergiftung meines Körpers.

Clean lifestyle ist mehr als clean eating und Bewegung! Aus einer ganzheitlichen Perspektive gesehen muss ein clean lifestyle neben dem Körper auch Geist und Seele umfassen.

Doch wenn man weiß, worauf zu achten ist, dann kann man mit oft kleinen Anpassungen eine Menge erreichen. Sie müssen nur wissen, was die 3 vergessenen Säulen eines clean lifestyles sind:

  1. Kosmetik, Hygiene
  2. Ihre Umgebung
  3. Geist und Seele

Säule #1: Kosmetik, Hygiene

clean lifestyle - cosmeticsEbenso alltäglich wie die Nahrungsaufnahme ist der Gebrauch von Hygieneprodukten und Kosmetika. Während sich die Problematik von Pestiziden und chemische Zusatzstoffen in Lebensmitteln inzwischen herumgesprochen hat, werden konventionelle Kosmetika meist immer noch als sicher angesehen. Doch mit konventionellen Kosmetika nehmen wir einen komplexen Cocktail von Chemikalien zu uns. Das Problem daran ist, dass gerade dieser Cocktaileffekt die Chemikalien um ein vielfaches giftiger macht und Studien zur Auswirkung auf unseren Körper nahezu unmöglich sind – welche Kombinationen sollte man auch testen. Also fehlen Belege dafür, dass es schadet. Und ohne Belege wird keine Behörde aktiv… Forscher sind sich allerdings sicher, dass Chemikalien, die per se schon nicht unbedingt förderlich sind, über den Cocktaileffekt massiv an Giftigkeit gewinnen. Dies gilt übrigens für Chemikalien ebenso wie für Schwermetalle (eine Serie zu den gefährlichen Schwermetallen finden Sie hier)

Was also können Sie tun? Kaufen Sie Naturkosmetik. Es gibt inzwischen vergleichsweise preiswerte Alternativen bei den großen Drogeriemarktketten. Ist diese Naturkosmetik ebenso gut wie die deutlich Teurere im Bioladen? Es ist davon auszugehen, dass es deutliche Qualitätsunterschiede gibt, aber es ist ein guter Start, der den Geldbeutel nicht so sehr belastet. Ich verwende teurere Markenprodukte wie auch einige Produkte aus dem Drogeriemarkt, beim Shampoo haben zum Beispiel sowohl preiswerte als auch teure Produkte meine Haare sehr „verfrizzelt“. Oftmals muss man leider erst ein wenig durchprobieren, bis man das für einen passende Produkt findet – ebenso wie man es auch bei der herkömmlichen Kosmetik musste.

Und lesen Sie die Inhaltsliste bzw. nutzen Sie die inzwischen verfügbaren Helfer, z.B. http://www.ewg.org/skindeep/ (nur für Produkte, die im englischsprachigen Raum angeboten werden, dafür aber eine sehr genaue Auflistung), www.kosmetikanalyse.de oder die Codecheck App, die es sowohl für Android als auch iphone gibt (Links zu den Apps siehe unten)

Denken Sie aber auch an Hygieneprodukte, speziell Monatshygiene. Tampons aus pestizidbelasteter Baumwolle, die chlorgebleicht ist – uhhhh… Auch hier gibt es biologische Alternativen.

Aus dem prallen Leben

Ich hatte einer Freundin eine sehr hochwertige Körpermilch geschenkt, weil ich weiß, dass ihre Haut sehr trocken ist und sie tolle Kosmetik liebt. Die Creme war teuer, aber rein natürlich, sogar ohne Konservierungsstoffe. Sie rief mich völlig begeistert an und erzählte mir, dass sie bei dieser Creme gar keinen Hitzeschub mehr bekäme, obwohl sie den ganzen Körper eingecremt hätte. Ich war erst einmal total perplex und überlegte, woran das liegen könne. Parabene in normaler Creme, die hormonaktiv wirkt? Wechseljahre waren auszuschließen. Bis ich kurz darauf auf den Zusammenhang zwischen Mineralöl in Kosmetika und den Hitzewallungen stieß: Das Mineralöl legt sich auf die Haut und verhindert so, dass diese richtig atmen kann. Et voilà, schon wird’s warm. Übrigens trocknet Mineralöl die Haut auf Dauer aus, ist also eher ungünstig, wenn wir lange jung und frisch aussehen wollen…

In einer aktuellen Untersuchung rät nun übrigens auch die Stiftung Warentest zur Vorsicht, da sie in herkömmlichen Cremes krebserregende Stoffe gefunden haben. Das Ausweichen auf synthetische Öle, das im Artikel angesprochen wird (siehe Weiterführende Links) kann ich allerdings gar nicht unterstreichen, denn damit holen Sie sich wieder zusätzliche Chemie in den Körper. Auch die Aussage „was auf die Haut kommt, bliebt vermutlich auch dort“ unterstütze ich nicht, da es Studien gibt, die belegen, dass Inhaltsstoffe vom Körper auch über die Haut aufgenommen werden.

Nachdem Sie jetzt die ersten Ansatzpunkte haben, gehen Sie doch mal mit offenen Augen durch Ihr Badezimmer und misten Sie etwas aus.

Im nächsten Artikel geht es dann um die beiden anderen Säulen…

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

Herzlichst,
Ihre Christiane Mohr

 

Weiterführende Links