Virginia Satir soll gesagt haben: "We need four hugs a day for survival, eight hugs a day for maintenance, and twelve hugs a day for growth." Also: Menschen brauchen am Tag vier Umarmungen zum schieren Überleben, acht Umarmungen, um leben zu können, und zwölf Umarmungen, um wachsen zu können.Heute ist ein toller Tag, denn es ist International Hug Day. Heute darf also richtig viel umarmt werden. Und es gibt eine tolle Ausrede, wenn man den nächstbesten nötigt: „Come on – heute ist doch International Hug Day… Oder willst Du ein Spielverderber sein?“

Ich liebe Umarmungen – aber beileibe nicht mit jedem. Eventuell kennen Sie das Gefühl, dass man auf einmal jeden umarmen muss, wenn man in einer Gruppe einmal angefangen hat? Und dabei würde man sehr gerne Lisa umarmen, aber Elvira – nein, das müsste eigentlich nicht sein. Aber um Elvira nicht zu brüskieren, tun wir es dann doch.

Umarmungen können aus mehrere Perspektiven betrachtet werden: Physiologisch, psychologisch und auch feinstofflich.

Physiologisch passiert in unserem Körper etwas, wenn wir einen Menschen umarmen, der uns nahe steht. Je nach Länge der Umarmung kann sogar ein direkter Anstieg des Immunsystems und eine Absenkung des Blutdrucks festgestellt werden. Langfristig sollen Umarmungen sogar bei Depressionen und chronischen Schmerzen helfen. Im Sinne der Prävention also gibt es nicht besseres: Ein starkes Immunsystem ist das A & O um gesund zu bleiben. Unser Immunsystem macht den Unterschied, ob unser Körper fähig ist, mit den mutierenden Zellen fertig zu werden, oder ob Krebs entsteht. Natürlich gibt es weitere Parameter, die die Entstehung begünstigen, zum Beispiel psychosozialer Stress, Übersäuerung (die unter anderem wieder durch psychosozialen Stress gefördert wird), ein sauerstoffarmes Körperniveau. Allerdings schlagen sich eben auch all diese Faktoren dann auf das Immunsystem nieder und dieses wird geschwächt. Das Immunsystem gibt uns also einen recht guten Einblick in die Widerstandskraft unseres Körpers.

Psychologisch gesehen heben Umarmungen unsere Stimmung, sie geben uns das Gefühl, zu jemandem zu gehören, akzeptiert und geliebt zu werden. Akzeptiert zu werden und Liebe sind zwei Grundbedürfnisse des Menschen.

Sowohl in Freundschaften als auch in der Partnerschaft sind Berührungen der Kitt der Beziehung. Durch innige Berührung werden Hormone ausgeschüttet die uns stärker an den Freund oder den Partner binden.

Egal ob an einem guten oder schlechten Tag – Umarmungen machen den Unterschied – nur das Ausgangsniveau ist höher. Wie oft schon haben Sie es erlebt, dass Sie einen schlechten Tag hatten, als Sie zu Hause erzählten und von Ihrem Partner liebevoll in den Arm genommen wurde, fiel dann ein großer Teil des Stresses, der Sorgen oder des Ärgers von Ihnen ab.

In jeder langfristigen Beziehung entwickeln sich Rituale und Routinen, so gibt es eventuell die Umarmung zum Abschied und zum Heimkommen. Doch en passant kann die Umarmung oder auch Berührung keine Kraft entwickeln. Spüren Sie doch einmal hinein, wie sich die verschiedenen Umarmungen anfühlen. Ich bin mir sicher, danach wissen Sie eine tiefe, innige Umarmung umso mehr zu schätzen.

Nicht vergessen darf man den feinstofflichen Aspekt einer Umarmung. Hier geht es schließlich um die Energien, die ich von einem anderen Menschen aufnehme, wenn ich ihn berühre. Nun sind wir nicht geschult in der Wahrnehmung der Energien, doch meist zeigt uns unser Unterbewusstsein an, ob uns ein Mensch gut tut oder nicht.

Berühren wir einen Menschen von Haut zu Haut, überträgt sich bereits Energie, d.h. selbst beim Händeschütteln nehmen wir Anteile des anderen auf, und geben eigene ab. Berühren wir von Mund zu Haut (Kuss auf die Wange/Hand) verstärkt sich der Austausch und dann noch einmal von Mund zu Mund.

Fühle ich mich nach einer Berührung also unwohl, so habe ich wahrscheinlich eine negative Energie aufgenommen, die mich nun beeinträchtigt. Passiert mir das mit einem Menschen öfters, so sollte ich versuchen, mich dem nicht länger auszusetzen, z.B. indem nur angedeutete Wangenküsse ausgetauscht werden. Es zeigt immer noch, dass ich dem anderen mein Vertrauen und meine Freundschaft ausdrücke, aber der direkte Kontakt wird vermieden.  Eventuell bedeutet es aber auch, dass sich das Ende des gemeinsamen Weges abzeichnet. Hier gibt es kein richtig oder falsch – es gibt nur eines: aufmerksam mit sich selbst sein und dann für sich selbst sorgen. Denn wen jeder für sich selbst sorgt, ist auch für jeden einzelnen gesorgt!

Ich freue mich trotzdem auf den Hug Day heute, denn einige der Menschen, die ich heute treffen werde, sind einfach toll zu umarmen! An sie alle: Ich danke Euch!

 

Bilder:
© Christiane Mohr