Cover_amazon KopieWenn ich gute Bücher lese, frage ich mich oft, wie das Buch entstanden ist, wie der Autor oder die Autorin zu seinen Gedanken kam und was seine Beweggründe waren. Und manchmal auch, wie das Cover entstand. Xin-Xii veranstaltet gerade ein Blogparade, die sich genau diesem Thema widmet. Und hier ist meine Geschichte…

Im Februar diesen Jahres habe ich mein Buch “Krebsen Sie nicht rum!” veröffentlicht. Der Titel trägt das Thema schon im Namen: Welche Möglichkeiten habe ich, gesund zu bleiben? Was sind die entscheidenden Faktoren, um dem Krebs ein Schnippchen zu schlagen?

Gut eineinhalb Jahre zuvor war mein Vater an Krebs gestorben. Während der Zeit seiner Krankheit hatte ich sehr viel zu diesem Thema recherchiert und stellte im Gespräch mit Freunden immer wieder fest, wie wenig die meisten doch über das Thema wussten – ganz so wie ich nur zwei Jahre zuvor. Und vor allem das Wissen darüber, wie man mit den alltäglichsten Handlungen und Gewohnheiten für oder gegen die eigene Gesundheit arbeitet. Und so formte sich der Gedanke, ein Buch zum Thema Krebsprävention zu schreiben. Dabei wollte ich vor allem dem mentalen Aspekt große Aufmerksamkeit zollen, da ich in meiner Ausbildung zur THEKI®-Meisterin so viele Denkanstöße erhalten hatten, die meines Erachtens hervorragend zu diesem Thema passten. Außerdem wollte ich leicht nachvollziehbare Schritte anbieten, um den Umstieg zu einem gesünderen Lebensstil zu vereinfachen, ebenso wie Checklisten für die erfolgreiche Umsetzung im Alltag. Die Themen Eigenverantwortung und Motivation waren mir auch sehr wichtig, denn ohne einen guten Grund (“warum mache ich etwas”) und das Wissen, wie man auch Motivationslöcher übersteht, wird ein dauerhafter Erfolg weniger wahrscheinlich.

Bis zur Fertigstellung des Buches, das sowohl als Printversion als auch als E-Book erscheinen sollte, war ich unsicher, ob ich versuchen sollte, einen Verlag zu finden. Meine Testleser drängten mich und fast wurde ich schwach. Doch letztendlich sprachen mehrere Dinge dagegen: Erstens gab man neben den Rechten am gedruckten Buch meist auch die Rechte für sämtliche weitere Verbreitungsformen ab (E-Book oder Hörbuch ade) und zweitens wollte ich das Buch, das sicherlich an einigen Stellen etwas provokant erscheinen konnte, nicht verändert sehen. Ebenso wie ich an meinem Titel festhalten wollte. Von einer Freundin hatte ich gehört, dass ihr (wie ich fand sehr passender und schöner) Titel vom Verlag so umformuliert wurde, dass sie nicht mehr so ganz glücklich damit war. Zudem musste sie auch nach der Übernahme in den Verlag hauptsächlich selbst für ihr Marketing sorgen. Also entschied ich mich, selbst einen Verlag zu gründen und alles auf eigene Faust zu machen.

Ich las mich durch zahlreiche Foren und Internetseiten und auch durch ein paar Bücher. Ich wusste immer noch nicht, was auf das Cover sollte. Zufällig war ich zu diesem Zeitpunkt auf einem Kongress, in dessen Rahmen ein Vortrag zum Thema “Buch als Marketinginstrument” angeboten wurde. Obwohl der Referent Kanadier war, und somit den deutschen Markt nicht kannte, habe ich doch einige seiner Ideen aufgegriffen. Da mein Buch und mein Seminarkonzept sehr von meinen Erfahrungen, meiner Persönlichkeit geprägt sind, sollten meine Leser gleich sehen, mit wem Sie es zu tun haben. Die Rückseite stand also fest: Da sollte ein Porträt von mir drauf, und natürlich der Klappentext. Doch die Vorderseite war – bis auf den Titel und den Teaser – noch ein unbeschriebenes Blatt.

Nun war ich seit vielen Jahren konzeptionell im Marketing tätig und arbeite also viel mit Grafikern zusammen. Dabei habe ich immer wieder erlebt, dass Kunden selbst “mal schnell ein Logo entwerfen”, obwohl keinerlei Ausbildung oder Wissen in diesem Bereich vorhanden ist. Das Ergebnis war eigentlich immer beschämend. Daher war es für mich keine Frage ob ich mich selbst versuchen wollte. Also habe ich einen Freund und Grafiker um Hilfe gebeten. Wir setzten uns zusammen, und er versuchte erst einmal zu verstehen, was meine Beweggründe waren, mein Wunsch der Anmutung für das Buch und die Botschaft, die ich mitgeben wollte. Relativ schnell war klar, dass wir mit Naturbildern arbeiten wollten. Nun ist mein Freund auch Fotograf und wir probierten dies und das, Landschafts- und Makroaufnahmen verschiedener Aspekte der Natur, alles aus seinem großen Fundus. Denn das Bild sollte einzigartig sein, ich wollte keinesfalls ein Bild aus einer Bilddatenbank kaufen, das zigfach verwendet wurde. Auf einmal zog er ein Bild aus einem Ordner und fragte: “Was hältst Du davon?” Ich war begeistert. “Mein” Titelbild strahlte genau das aus, was mir wichtig war: Ruhe, Kontemplation, Zuversicht. Und als wir anfingen zu diskutieren, und meine Freundin dazustieß, stellten wir fest, dass tatsächlich jeder etwas anderes, aber immer positive Gefühle mit diesem Bild verband.

Krebsen_Sie_nicht_rum_Cover_hintenFür das Porträt auf der Rückseite machten wir ein Fotoshooting im Hofgarten in München. Das war ein spannende Erfahrung. Regieanweisungen wie “Augen öffnen”, wenn man fast frontal zur herbstlich tiefstehenden Sonne positioniert ist, waren durchaus schwierig umzusetzen. Nicht, dass ich jemals den Modeljob als einfach oder erstrebenswert angesehen hatte, doch während dieses Shootings dachte ich an frierende Bikinimodels an kühlen Atlantikstränden und war froh, dass ich nur mit der milden bayerischen Herbstsonne zu kämpfen hatte.

Im Anschluss an das Shooting setzen wir uns zusammen hin und packten alle Elemente zusammen. Für die Schrift hatte mein Grafiker schnell den Vorschlag, eine luftige weiße Schrift auf den blauen Bereich des vollflächigen Covers zu setzen. Mir gefiel das sehr. Ich überließ ihm das Feintuning und heraus kam mein Cover, das mir nach wie vor gefällt – und anscheinend gefällt es nicht nur mir, denn ich habe bereits viele positive Rückmeldungen erhalten…

 

Bilder:
Sardinien, Porträt Christiane Mohr © Walter Glück