Blei im Lippenstift - gefährliche Schwermetalle

Blei in Lippenstiften, Keramik, Farben, Kabelummantelungen. Wer im Altbau lebt, erhält sein Wasser unter Umständen noch aus Bleirohren. Wie giftig ist Blei? Was bewirkt es im Körper, und wie können Sie sich schützen?

In Teil 2 der Serie „7 schwere Jungs – Warum Sie sich vor diesen 7 gefährlichen Schwermetallen schützen müssen“ geht es um das Blei. Falls Sie den Auftaktartikel noch nicht gelesen haben, finden Sie nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Unter Schwermetallen versteht man Metalle ab einem bestimmten Gewicht pro cm3, allerdings hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen auch das Halbmetall Arsen und das Leichtmetall Aluminium dazugesellt, es geht bei der Nutzung des Wortes also mehr darum, die Toxizität deutlich zu machen. Schwierig ist das bei all jenen Schwermetallen, die der Körper in Spuren braucht, wie beispielsweise Kupfer, Mangan, Nickel etc, denn hier darf weder ein Mangel noch eine Überdosierung auftreten.

Aufgrund zahlreicher Studien wissen wir inzwischen, dass Schwermetalle zahlreiche und dramatische Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben und viele, schwere Krankheiten verursachen können. Sie bilden freie Radikale und lassen uns schneller Altern, sie können die Psyche sowie das Verhalten verändern, das Immunsystem schädigen bis hin zu Autoimmunerkrankungen, sie verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tumore sowie neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder MS.

Die Frage, ob wir belastet sind, stellt sich laut führenden Experten auf diesem Gebiet nicht, da wir im täglichen Leben mit zahlreichen der Stoffe konfrontiert sind. Besonders gefährlich ist der Cocktail verschiedener Schwermetalle und Chemikalien, da sich die Wirkungen gegenseitig verstärken können. Es gibt einige wenige Möglichkeiten, die Stoffe auch wieder loszuwerden, allerdings sollten diese Ausleitungsverfahren therapeutisch betreut werden. Eine Checkliste zur Auswahl eines Therapeuten können Sie sich am Ende des Artikels herunterladen.

Hintergründe und Details und vor allem zahlreiche Tipps, wie Sie Ihre Schwermetallbelastung im Alltag senken, finden Sie im Auftaktartikel (Link).

In welchen Alltagsgegenständen ist Blei enthalten?

Lippenstifte, alte Emaille-Töpfe, Bleikristall, Steingut (Keramik mit niedriger Brenntemperatur), Farbpigment, Spiegel, Stabilisator und Biozid in Polymeren, Bleirohre, Stabilisator in PVC (Bleistearat), Trockenstoffe in Lacken, Gewichte und Ballaste (zum Beispiel unten in Gardinen, kleine Gewichte zum Fixieren der Tischdecke…), Rostschutzfarbe, Dachabdeckungen, Kabelummantelungen.

Blei und Lebensmittel 

Besonders kritisch sind natürlich die Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, also beispielsweise Keramik oder Emaille-Töpfe und alte Bleirohre. Die Grenzwerte für Blei im Trinkwasser ist seit längerem allerdings so weit heruntergesetzt, dass damit de facto Bleirohre verboten wurden. Alte Emaille-Töpfe sollte man vorsichtshalber austauschen.

Als mein Mann mir zum Geburtstag ein Keramik-Teeset schenkte, stellt ich mit Entsetzen fest, dass die Glasuren Blei enthalten können. Ich rief also bei der Töpferei an und ließ mich aufklären. Und es gab Entwarnung für mein Teeservice! In Deutschland dürfen bereits seit vielen Jahren keine bleihaltigen Glasuren mehr verwendet werden. Diese wurden früher, also vor 25, 30 Jahren, vor allem für das sogenannte Steingut verwendet, das mit niedrigerer Brenntemperatur gebrannt wird. Das Blei wurde verwendet, um den Brennpunkt herabzusenken. Für Steingut, das bei einer hohen Brenntemperatur gebrannt wird, wird Blei ohnehin nicht benötigt.

Hat man allerdings noch alte Keramik im Haus, lässt sich nicht mehr feststellen, ob es sich dabei um Steinzeug oder Steingut handelt, evtl. könnte ein erfahrener Töpfer eine Aussage treffen. Einfacher ist es sicherlich, solche Keramik nur noch zu Dekozwecken zu verwenden und keine Lebensmittel damit in Berührung zu bringen. Vorsicht ist auch geboten bei Keramik, die man aus dem Urlaub, speziell aus südlichen Ländern mitgebracht hat. Gerade leuchtende rote und gelbe Keramiken enthalten oftmals neben Blei auch noch hohe Mengen an Cadmium.

Durch die Bleibelastungen in Luft, Wasser und Boden nehmen wir aber auch über Pilze, Pflanzen und Tiere Blei auf. Neben verbleitem Benzin (abnehmende Bedeutung) ist vor allem die bleiverarbeitende Industrie und zu einem geringen Teil auch die Müllverbrennung verantwortlich für diese Belastungen. Damit sind Produkte, die aus dem Umfeld solcher Einrichtungen kommen, tendenziell hoher belastet.

Blei in der Atemluft

Gefährlich sind auch alle bleihaltigen Stoffe, die Blei in die Atemluft abgeben und somit über die Lunge aufgenommen werden. Blei aus der Verbrennung bleihaltigen Benzins ist heute in Deutschland keine bedeutende Quelle mehr (satt dessen werden nun karzinogene chemische Stoffe in die Luft abgesondert). Bleihaltige Farben sind noch in manchen Altbauwohnungen. Löst man diese von den Wänden um zu renovieren, kommen Arbeiter und Bewohner in Kontakt mit dem Bleistaub. Das Blei, das sich früher auch in Öl- und Latexfarben befunden hat, wurde inzwischen durch Chemikalien ersetzt, einen Atemschutz sollte man beim Arbeiten mit Farben also am besten dennoch tragen. Rostschutzfarben enthalten anscheinend nach wie vor Blei.

Blei in Kinderspielzeug

Es gab immer wieder Meldungen, dass zahlreiche giftige Stoffe, unter anderem Blei, in Kinderspielzeug aus China gefunden wurde. Hier gilt einfach: Qualität aus Deutschland, oder zumindest aus Europa kaufen – unsere Gesetze zum Schutz der Bürger sind einfach besser, wenn ja auch nicht ausreichend, wie man an vielen Stelle sieht.

Blei in Kosmetik

Vor allem in Lippenstiften werden immer wieder hohe Mengen an Aluminium, Cadmium, Blei, Titan sowie anderen Toxinen nachgewiesen. Die Quote der belasteten Produkte bewegte sich bei den verschiedenen Studien zwischen 70 und 95%! Dabei boten sehr hochpreisige Produkte keineswegs Schutz vor gefährlichen Inhaltsstoffen. Hier hilft tatsächlich nur der Griff zur Naturkosmetik, für die die Grenzwerte und Richtlinien um ein Vielfaches schärfer sind als für herkömmliche Kosmetika. Denn auch wenn Lippenstifte natürlich keine Lebensmittel sind, verspeist eine Frau im Laufe ihres Lebens im Durchschnitt 3,5 Kilo Lippenstift.

Was bewirkt Blei in unserem Körper? 5 Gründe, warum Blei in unserem Körper nichts zu suchen hat

Grund #1 – Blei gehört nicht zu den essentiellen Spurenelementen und hat damit in unserem Körper nichts zu suchen. In den letzten Jahren gelangen mehr und mehr Studien zu dem Schluss, dass Blei selbst in Kleinstmengen sehr gefährlich ist, so dass eine Abschaffung der Grenzwerte oder zumindest deren weitere drastische Absenkung gefordert wird. Zum Vergleich: Der zumutbare Grenzwert für Blei im Blut von Kindern wurde von 1960 vom Wert 60 μg/dl auf 10 μg/dl in 1990 gesenkt.

Grund #2 – Blei wird sowohl über den Darm die Lunge als auch die Haut aufgenommen. Reines Bleimetall wird zwar über die Haut kaum aufgenommen, die toxischen Bleiverbindungen aber, wie zum Beispiel TEL (Tetraethylblei) allerdings schon. TEL ist giftig und wirkt auf das zentrale Nervensystem. Zudem ist es als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Mögliche Angriffspunkte für die Krebsentstehung sind laut epidemiologischen Studien Niere, Lunge, Magendarmtrakt sowie das Gehirn. In gut- sowie bösartigen Hirntumoren wurden stark erhöhte Konzentrationen von Blei, Cadmium und Quecksilber gefunden.

Grund #3 – Blei reichert sich im Körper an, selbst kleinste Mengen können so über viele Jahre eine chronische Bleivergiftung auslösen. Das Blei wird in den Knochen und den Zähnen eingelagert, und nur sehr langsam wieder ausgeschieden (Halbwertzeit von 5 – 20 Jahren, im Blut allerdings nun ca. 20 – 25 Tage). Auch die Organe, vor allem Leber, Niere und Gehirn, sind beliebte Speicherorte. Über die Zähne lässt sich die langjährige Exposition ablesen, da dort das Blei von Kindesbeinen an eingelagert wird.

Grund #4 – Erwachsene nehmen zwar nur etwa 10% des Bleis aus der Nahrung auf, Kinder und Schwangere aber leider sehr viel mehr, nämlich 50%. Innerhalb weniger Minuten wird es vom Blut aufgenommen. Ausgeschieden wird Blei über die Nieren, den Stuhl und in kleinen Mengen über den Schweiß und die Muttermilch. Gefährlich ist Blei für Schwangere vor allem weil es die Plazenta-Schranke überwinden kann und somit das ungeborene Kind direkt mit dem Blei in Kontakt kommt. Blei überwindet auch die Blut-Hirn-Schranke, ein Schutzmechanismus unseres Körpers, um unsere Hauptschaltzentrale, unser Gehirn, abzusichern.

Grund #5 – Studien belegen Lernstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme bei Kindern mit erhöhten Bleiwerten. Bei Erwachsenen sind die folgenden Schäden bekannt: Schäden am peripheren Nervensystem, Anämie, Nierenschäden, Bluthochdruck, Fortpflanzungsstörungen sowohl bei Frau als auch Mann.

Das sind die Symptome einer Bleivergiftung:

  • Blässe, Schwäche, Appetitlosigkeit
  • Bleierne Müdigkeit, Kopfschmerzen
  • Magendarm-Koliken (Bleikoliken)
  • Verfärbung des Zahnfleischs (Bleisaum)

Wie kann ich mich vor Blei schützen?

  • Pilze aus der Umgebung von bleiverarbeitender Industrie oder Abfallverbrennungsanlagen sollten sie nicht essen. Pilze scheinen ohnehin die Eigenschaft zu haben, Stoffe anzureichern, denn auch die Radioaktivität bayerischer Wilzpilze sorgt auch fast 30 Jahre nach Tschernobyl immer noch für stake Kontrollen seitens der Behörden.
  • Bleikristallgläser und alte Keramik aussortieren, bzw. Nicht mehr für Lebensmittel nutzen. Moderen Gläser enthalten kein Blei mehr. Modernes Bleikristall enthält dem Namen zufolge immer noch Blei, für die mengen gibt es genaue Regeln. Dass kein Blei in den Inhalt abgesondert wird, muss vom Hersteller nachgewiesen werden, allerdings wird dies bezogen auf eine geringe lagersauer von 5 Monaten, nicht Jahren. Bei altem, geerbtem Glaskristall sollte man vorsichtig sein.
  • Vorsicht bei farbiger Urlaubs-Keramik aus dem Süden. Neben Blei kann auch Cadmium enthalten sein – nicht für Lebensmittel nutzen.
  • Lippenstifte nur als Naturkosmetik kaufen. Neben den Toxinen enthalten herkömmliche Lippenstifte übrigens auch Paraffin (hergestellt aus Mineralöl). Obwohl es den Eindruck vermittelt, den Lippen Schutz zu geben, entzieht es der Haut Feuchtigkeit und lässt sie somit schneller schlaff werden.
  • Keinen Zigarettenrauch einatmen, Zigaretten enthalten geringe Mengen Blei.
  • Vorsicht mit Haarfärbemitteln, diese können Blei enthalten.
  • Kein Kinderspielzeug aus Asien!
  • Beim Streichen herkömmlicher Farben besser mit Mundschutz arbeiten, speziell bei der Nutzung von Rostschutzfarben.

Weitere Tipps, wie Sie sich grundsätzlich vor Schwermetallen schützen, nicht nur vor Blei, finden Sie im Auftaktartikel zur Serie „7 schwere Jungs – Warum Sie sich vor diesen 7 gefährlichen Schwermetallen schützen müssen“. Dort finden Sie auch Informationen, wie man Schwermetalle wieder los wird. Wie bereits oben erwähnt, sollte das nur unter therapeutischer Begleitung stattfinden. Hierfür habe ich eine Checkliste entwickelt, die Sie als Dankeschön erhalten, wenn Sie sich für meinen Newsletter eintragen. So werden Sie informiert, wenn der nächste Artikel bereit steht.

In diesem Sinne: Bleiben Sie auf der Hut!
Herzlichst, Ihre Christiane Mohr

PS: Bleiben Sie dran. Auch wenn’s am Anfang manchmal so aussieht, als würden die schlechten Nachrichten nie aufhören, schaffen Sie Großes, wenn Sie nur einfach stetig und beharrlich kleine Schritte tun. Ich weiß, auch Sie können das schaffen und Ihr Leben gesünder gestalten!

 

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Weiterführende Links

[1] http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gift-im-lippenstift-ia.html

[2] Eine kleine Dosis Blei oder Eine Einführung in die Toxikologie des Bleis, Steven G. Gilbert, PhD, DABT
Institute of Neurotoxicology & Neurological Disorders (INND) Seattle, WA 98115, Link zum Kapitel (Download)

[3] Peter Jennrich: Detoxifikation am Beispiel von Schwermetallen (Download)

 

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Bilder:
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