Selbstheilung bei Krebs. Sigrun Kurz Buch "Verborgene Kräfte wecken"

Selbstheilung bei Krebs. Sigrun Kurz Buch “Verborgene Kräfte wecken”

Bereits seit einiger Zeit liegt ein weiteres Buch zum Thema Selbsthypnose bei Krebs in meinem Büro, für das ich um eine Rezension gebeten wurde. Nun endlich habe ich die Zeit gefunden und mich etwas eingehender mit dem Buch befasst. Sigrun Kurz hat mit dem Buch „Verborgene Kräfte wecken” ein wichtiges Thema angesprochen. Wie polen wir uns selbst, wenn es um das Thema Krebs geht. Lassen wir uns von einer unbewussten, negativen Trance leiten, oder unterstützen wir unseren Körper bei der Selbstheilung…

Das Buch beleuchtet die verschiedenen Phasen und Bereiche, mit denen man als Betroffener im Laufe einer Krebsbehandlung konfrontiert werden kann. Für jeden Bereich bietet Sigrun Kurz ein paar hilfreiche Gedanken und mindestens eine Trance zur Selbsthypnose. Auf der beigefügten CD sind außerdem fünf der im Buch enthaltenen Trancen zur sofortigen Nutzung aufgespielt.

Eigentlich ist “Verborgene Kräfte wecken” ein tolles Buch, und ich habe viele für Betroffene sehr wertvolle Ideen gefunden – sicher auch darum weil die Autorin selbst an Krebs erkrankt gewesen war und damit aus ihrer ganz persönlichen Erfahrung schöpfen kann. Es gibt aber auch einen Bereich, bei dem ich absolut nicht mitgehen kann, und bei dem ich mich tatsächlich dabei erwischte, wie ich unwillkürlich das Gesicht verzog.

Es geht um den Bereich „Warum gerade ich?“. Hier erläutert die Autorin, dass die Frage “Warum ich?” nicht hilfreich ist, da Krebs heute ein 50% „Risiko“ darstellt und quasi Schicksal ist. Die Fragen “was habe ich falsch gemacht” oder “was will mir der Krebs sagen” würden uns auf den falschen Weg führen. Das sehe ich völlig anders. Wo ich noch bei der Autorin bin, ist, dass die Frage „Warum ich?“ nicht zielführend ist. Nicht etwa weil es darum geht, die Erkrankung oder die Situation, in der man sich nun befindet, zu hinterfragen – was ich sehr wohl für sinnvoll halte – sondern aufgrund der Formulierung, mit der ich mich selbst in die Opferhaltung bringe…

Sigrun Kurz verweist auf die Forschung, die angeblich belegt, dass wir bzgl. unseres Risikos an Krebs zu erkranken, nichts ändern können, doch gibt es inzwischen so viele Studien, dass ich diesen Satz in einem Buch, das nun gerade erst erschienen ist, nicht erwartete hätte. Viel wird geforscht zum Thema Ernährung, körperliche Aktivität und Lebensstil im Allgemeinen. Wir wissen, dass Rauchen das Krebsrisiko dramatisch erhöht, wir wissen, dass zahlreiche karzinogene Elemente in unserem Alltag vorhanden sind, und dennoch soll es einfach nur Schicksal sein? Das wird von der aktuell gültigen Faktenlage einfach nicht unterstützt. Und dass in unserer Gesellschaft das Risiko, an Krebs zu erkranken, inzwischen fast bei 50% liegt, zeigt eher, dass wir als Gesellschaft grundlegend einen falschen Weg eingeschlagen haben, nicht dass der einzelne quasi nicht irr gehen kann.

Wenn ich eine Krebserkrankung ausschließlich auf das Schicksal schiebe, dann werde ich auch meinen Lebensstil, der zu der Erkrankung beigetragen hat, nicht ändern und begünstige so einen späteren Rückfall. Diese Sichtweise der „schicksalhaften Erkrankung“ verstellt uns den Weg in die Eigenverantwortung, und gerade bei Krebs ist das der absolut schlechteste Weg, den man meiner Meinung nach einschlagen kann.

Das Buch ist sicherlich ein guter Wegweiser, wie man mit einfachen Trancen die Situation besser meistern und die Selbstheilung unterstützen kann. Solange man nicht vergisst, dass unser Lebensstil eben doch bedeutenden Einfluss hat. Sowohl auf Erkrankungsrisiko als auch auf den Verlauf der Krankheit. So gibt es beispielsweise eine Studie, die belegt, dass Frauen mit den sogenannten „Brustkrebsgenen“ BRCA-1  und BRCA-2 Ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken, um 73% senken, wenn sie pro Woche bis zu 27 verschiedene Obst- und Gemüsesorten zu sich nahmen. Bei „normaler westlicher Lebensweise“ erkranken Frauen mit diesen Genen zu 80% im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine weitere Studie an Männern mit Prostatakrebs im Frühstadium zeigte, dass die Gruppe an Männern, die ihre Ernährung in Richtung Vegetarismus änderten, achtsamer mit sich selbst umgingen sowie sich moderat bewegten, eine Senkung des PSA-Wertes erreichten (also eine Schrumpfung der Mikrotumore), während bei der Gruppe der Männer mit unverändertem Lebensstil einige Männer ausscheiden mussten, weil sie operiert werden mussten, und sich insgesamt die PSA-Werte durchgängig erhöhten.

Eine Erläuterung beider Studien sowie die Quellen finden sich in David Servan Schreibers Buch “Das Anti Krebs Buch”.

Weiterführende Literatur / Links zu den genannten Büchern:

Sigrun Kurz: Verborgene Kräfte wecken 

David Servan Schreiber: Das Anti Krebs Buch

 

Bilder:
© Buchcover zur Verfügung gestellt vom Verlag Jungfermann